Berlin, Germany, 2014

Wish you were Beer

Advertisements

Der Derwisch

Herumwirbelnd, im Kreise

Und mit jedem Tritt

Ganz bedächtig und leise

Hämmert mein Herz mit

 

Ein Tequila, zwei, dann drei

Das Brennen in der Kehle

Ich fühl mich unbeschwert und frei

Im Einklang mit meiner Seele

 

Und du, du trinkst mit

Kippst Glas um Glas hinunter

Ein Leben ohne Limit

Zügellos und munter

 

Das Hämmern des Basses

Reicht dir nicht mehr

Ich sag dir, bitte lass es

Und du, dass ich ein Spiesser wär

 

Also schluckst du die Pille

Du sagst, dir geht es sehr gut

dein Lachen, wie das Zirpen einer Grille

sagt ich hätte nur keinen Mut

 

Ich fühl mich wie ein Lauch

Will dich doch verführen

Und so tu ich’s auch

Kann jedoch nichts spüren

 

Ich beginne alles zu vergessen

Glas um Glas leert sich

Als wär‘ ich vom Teufel besessen

Bin das denn noch ich?

 

Als wär‘ ich von Sinnen

Verrückt bis ins Mark

Kann der Musik nicht entrinnen

Ihre Magie ist zu stark

 

Mein Blick wird immer trüber

Die Lichter gehen aus

Dann ist es vorüber

Das Leben in Saus und Braus

 

Du bist schon lange gegangen

bemerke ich entsetzt

war wie befangen

völlig im Hier und Jetzt

 

War Derwisch der Nacht

Doch zu meinem Unglück

Bedächtig und sacht

Kehrt die Realität zurück

 

Übersäht von blauen Flecken

Alles tut mir so weh

Mir ist’s, als würd ich bald verrecken

Dies ist das Ende meiner Odyssee

Draussen auf dem trügerischen Moor

Draussen auf dem trügerischen Moor

Flüstertest du mir ins Ohr

Du und ich für immer

In deinen Augen dieser Schimmer

 

Dein Temperament war groß, wie meine Eifersucht

Also dachtest du von da an nur noch an Flucht

Ich legte dich in Ketten

wollte uns doch nur retten

 

Du hast die Ketten gesprengt

Ich habe dich wohl zu sehr eingeengt

Hab dich deiner Freiheit beraubt

Dich so zu behalten, das hab ich geglaubt

 

Das wir ist inzwischen Geschichte

Und selbst wenn ich alles vernichte

Was dich und mich verband

Ändert das nicht, was ich für dich empfand

 

Ein Storm tobt vor in meinem Herzen

Wann hört es auf zu schmerzen?

Ich schwör, ich kann nicht mehr

Ich liebte dich zu sehr

 

Ein Schuss hallt durch die Nacht

Auf Wiedersehen, gib auf dich Acht

Endlich bin ich frei,

ich spalte meinen Kopf entzwei

 

So nimmt es sein Ende,

Diese unerträgliche Elende

Dort, bei trügerischen Moor

wo ich dich zum ersten Mal verlor

 

Olivia Melinda Gloor

Inspiration: Wuthering Heights, Kate Bush